Netzwerkkonferenz 2019: Unnas engagierte Jugend weiß, was sie braucht

21 Jugendliche, immerhin ein Drittel aller Teilnehmer, prägten die Ergebnisse der Netzwerkkonferenz „Junges Engagement“ am Montag.

Bürgermeister Kolter eröffnete die Tagung freudig mit der Aussage, dass jüngst in der NRW-Staatskanzlei von Staatssekretärin Andrea Milz für seine Ehrenamtsarbeit besonders gelobt wurde. Unna ist eine der wenigen Kommunen, in denen die Ehrenamtsagentur durch Ehrenamtler*innen auf den Weg gebracht und weitgehend getragen wird.

Schwungvoll begann der Abend durch Berichte von starken Beispiele gelungenen jungen Engagements. Die evangelische Jugend (Philipp Kleffner, Sebastian Tölke, Jos Vogel, Fiona Stenner, Merit Levenig und Anna Brinkmann) stellte ihren wheel-sliding-contest vor, an dem sich zahlreiche Kinder und Jugendliche jedes Jahr erfreuen. Die katholische Jugend (Jugendvertreter Janfelix Müller gemeinsam mit den Jugendlichen Maya Beule, Kyra Simos und Pascal Glienke) präsentierte ihre Maßnahmen im Rahmen der 72-Stunden-Aktion. Dazu zählt insbesondere die wohltätige Projektarbeit, aber auch das gemeinschaftliche Beisammensein der Jugendlichen untereinander. Kornelia Hoffmann von der Peter-Weiss-Gesamtschule berichtete vom Spendenarbeitstag „Schüler helfen leben“, bei dem sich einige Schülerinnen und Schüler jährlich mit Arbeit dafür einsetzen, Spenden für Menschen, insbesondere gesellschaftlicher Randgruppen in Südosteuropa, Jordanien und Syrien zu sammeln. Zuletzt schilderten Eva-Lotta Vogt und Darvin Hahne den Entstehungshintergrund und Pläne der fridays-for-future Aktionen der Unnaer Schuljugend. Dieses Projekt zeigt, dass Jugendliche (in Unna) bereit sind, sich für Themen, die sie interessieren, einzusetzen (siehe hierzu auch "Generation Greta").

Dass Jugendliche für Ehrenamtsarbeit zu gewinnen sind, legte Sina Levenig, die an der FH-Dortmund zum Thema Ehrenamt forscht, den Teilnehmenden bereits zu Beginn nahe. Sie verwies zudem auf Grundlegende Aspekte, die Jugendliche benötogen, um sich zu engagieren: Zugang, Vertrauen, Beziehungen, Anerkennung und Freiheit.

An vier Thementischen wurden die Zusammenarbeit mit Schulen, eine bessere Nutzung von Instagram, die Ausrichtung einer Wertschätzungskultur für junges Engagement und die Bedeutung persönlicher Beziehungen und Kontakte für Jugendliche im Ehrenamt diskutiert. Es wurden Schritte und Wege für bessere Bedingungen für jugendliches Engagement zusammengetragen und abschließend in einem Open-Space, der von der Fachhochschule Dortmund moderiert wurde, präzisiert.

Die Vorschläge, die in der Abschlussrunde vorgestellt wurden, waren in ihren Übereinstimmungen überraschend. Die Anwesenden waren zudem von einer einfachen Praktizierbarkeit und Umsetzbarkeit der Ideen überzeugt:

  • Es wurden Wünsche geäußert, ein Jugendparlament zu gründen, welches, durch Jugendliche aus Schülervertretungen und Jugendgruppen selbst vertreten, als Schnittstelle fungieren soll und mithilfe eines eigenen Budgets über Jungendaktivitäten, Organisationen und Aktionen selbst entscheiden kann.
  • Auch das Kinder- und Jugendbüro könne als gute Anlaufstelle für Jugend und Jugendideen bekannter gemacht und genutzt werden.
  • Es wurde außerdem vorgeschlagen, größere Aktionen, die von Einzelgruppen veranstaltet werden, abgestimmt zu terminieren und für alle zu öffnen. Regelmäßige Aktionen für Jugendliche sollten öfter stattfinden und durch verschiedene Organisationen und Gruppierungen veranstaltet werden.
  • Da es keine zentralen Treffpunkte für Jugendliche in Unna gibt, kommt der Nutzung der sozialen Medien besondere Bedeutung zu.
  • Auch für Unnas Wertschätzungskultur gab es viele Vorschläge, die einfach umsetzbar wären: Von einer „Unnaer Ehrenurkunde“, VHS- Zertifikaten, über Ehrungsveranstaltungen oder Ehrenamtskarten bis hin zu einer merkbareren Danksagungskultur.
  • Auch Unnas Arbeitgebern sollte den Jugendlichen zufolge nahegelegt werden, Ehrenamtserfahrungen bei Einstellungen stärker zu beachten.

Auf der Veranstaltung konnten sich Jugendliche und Ehrenamtsagentur sowie Kinder- und Jugendbüro kennenlernen und austauschen. Dieser Austausch soll zukünftig weiter ausgebaut werden. Durch verstärkte Zusammenarbeit mit den Schulen will die Ehrenamtsagentur versuchen, Lücken zu schließen und auch auf www.ehrenamt-unna.de sind Änderungen zur einfacheren Nutzung durch Jugendliche geplant. Die durch Martina Handwerker und Sebastian Koch vorgestellte Homepage und zugleich Plattform für Unnas Ehrenamtsangebote wird künftig durch die von den Jugendlichen eingebrachten Optimierungsvorschläge zur besseren Ansprache der Zielgruppe der Jugendlichen überarbeitet und ergänzt.

„Im Vorfeld der Tagung sind wir auf ganz viel weitgehend unbekanntes Jugendengagement in Unnas Leben gestoßen. Wenn wir das mit den heutigen Ideen weiter stärken können, ist Unnas lebendige Zukunft mehr als gesichert!“ VHS-Chefin Rita Weißenberg, die die Tagung moderierte freut sich drauf.